Gut Marggraffshof GmbH

 Reitanlage,  Pferdepensionsbetrieb,  Reitsportanlage

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OUTFIT UND AMBIENTE MIT GESCHMACK

Gut Marggraffshof

eine herrliche Reitanlage, seit einem Jahr im Besitz von Astrid Liske-Schmitz sowie ihrem Mann Thomas Schmitz, die viel verändert haben


Astrid und Thomas Schmitz mit ihrem Nachwuchs auf den beiden gewaltigen Shire-Horses Fotos: Schriever, Rick

Seit dem Bau der neuen, mehrspurigen Schnellverbindung zwischen Großbeeren und Güterfelde sowie der Aufschüttung eines fast zwei Meter hohen Lärmschutzwalls liegt das Gut Marggraffshof fast ein wenig im Verborgenen. Nur die roten Dächer lugen noch etwas hervor und deuten an, dass sich hier etwas befinden muss. Wer dann mit einem kleinen Schlenker über die bisherige, praktisch stillgelegte Straße das Anwesen ansteuert, der wird fasziniert sein von dem, was er hier im Süden von Berlin antrifft, ein wahres Kleinod. Eine herrliche Reitanlage, die seit gut einem Jahr im Besitz von Astrid Liske-Schmitz sowie ihrem Mann Thomas ist

Mehrmals von einer Insolvenz in die andere gestolpert, hat sich in einem relativ  kurzen Zeitabschnitt eine Menge ereignet und zum Positiven verändert. Das begann damit, dass die drei Stalltrakte mit den insgesamt 85 Boxen von Grund auf renoviert und die Außenwände mit einem hellen, freundlichen Anstrich versehen wurden. Die riesige Halle mit den Maßen 23 mal 65 Meter, ausgestattet mit einer Tribüne, Sattelschränken und einem erstklassigen Boden, fügt sich ebenfalls glänzend in das Gesamtensemble ein, wie auch das gemütliche Reiterstübchen. Zwar gibt es keine schmiedeeisernen Kronleuchter und keine vornehmen Ledersesselgarnituren auf dem ehemaligen Gut, dafür aber Toiletten wie im Berliner Fünf-Sterne-Hotel Adlon, mit klassischem Dekor und Wandbelag, Stuckelementen und Barockspiegeln. Alles edel, elegant, vom Feinsten, wie auch die Umkleideräume und Duschen.

„Ja, wir haben uns für unsere Reiter und Reiterinnen einiges einfallen lassen“, sagt Thomas Schmitz, von Beruf Maler- und Autolackiermeister aus Zehlendorf, der nicht nur ein besonderes Verhältnis zu hellen, sonnigen und wärmeausstrahlenden Farben besitzt, sondern auch ein Gespür für ein ansprechendes Design an den Tag legt. Davon zeugt unter anderem die Ausstattung seiner Mitarbeiter, die von den Sicherheitsschuhen über Hosen, T-Shirts, Pullover, Westen bis hin zu gefütterten Windjacken alle gleich gekleidet sind, so dass jedermann weiß, dass es sich hier um Leute handelt, die auf der Anlage zu Hause und für einen Außenstehenden auch ansprechbar sind, was die Kommunikation auf Anhieb erleichtert.

„Noch sind wir längst nicht mit allem fertig, doch ein gutes Stück vorangekommen“, erklärt Schmitz, der am 1. September 2006 den über 100 Jahre alten, ziemlich heruntergewirtschafteten Hof mit seinen großzügigen Außenanlagen übernahm und bislang 1,4 Millionen Euro investiert hat. Getan hatte er es in erster Linie seiner Frau zuliebe, die seit Jahr und Tag mit ihren beiden gewaltigen Shire-Horses in Marggraffshof stand und nicht umziehen wollte, zumal so leicht keine Box für die fast zwei Meter Stockmaß aufweisenden Pferde zu finden war

Alles ist hell, warm und einladend

Schon als kleines Kind hatte Astrid Liske-Schmitz Gefallen am Reiten gefunden, damals noch in der Nähe von Schwäbisch Hall, wohin ihre Eltern gezogen waren. Als dann die Rechtsanwalts- und Notariatsinspektorin 1986 nach Berlin zurückkehrte, widmete sie sich zunächst jedoch dem Rallyesport, fuhr unter anderem in ihrem 365 PS-starken Audi-Quattro S2 TS auf dem Nürburgring, ehe sie sich zehn Jahre später wieder dem einen PS zuwandte und mit dem riesigen Barnestfield Tom auch an Kaltblutrennen, beispielsweise in Brück und Everswinkel bei Münster, teilnahm. Inzwischen ist sie zur Betreiberin und Geschäftsführerin der Gut Marggraffshof GmbH avanciert und freut sich täglich über das Wachsen und Werden der Anlage, zumal hier inzwischen auch der Schleppjagdverein mit dem Reitlehrer Sven Schrocke ein neues Domizil gefunden hat.

Was bietet nun diese Reitsportstätte neben dem schönen Outfit und angenehmem Ambiente? Auf jeden Fall erst einmal ein weitverzweigtes Auslaufgebiet von 236 000 Quadratmetern, wovon ein Großteil Weidefläche ist. Neben zwei Dressurplätzen gibt es ein kombiniertes Rittigkeitsgelände, ferner eine interessante Vielseitigkeitsstrecke mit festen Hindernissen, eine Hackschnitzelbahn, einen Longierzirkel, einen Wirtschaftsbereich und für die Kleinen einen großen Kinderspielplatz. Zwei alte, aus roten Klinkern erbaute Gutshäuser gehören gleichfalls zu dem Areal. In dem einen hat sich die Pferdetierärztin Dr. Elke Weinberg niedergelassen, in dem anderen befindet sich ein rund 400 Quadratmeter großer, rustikaler Raum, der sich hervorragend für Veranstaltungen jeglicher Art eignet und in dessen Mitte ein offener Kamin steht. Bei so vielen guten Voraussetzungen ist es nur allzu verständlich, dass die Familie Schmitz auch über entsprechende sportliche Aktivitäten nachdenkt. Geplant ist für Ende Mai/Anfang Juni ein Ein-Tages-Dressurturnier der Klassen L und M und am 3. Oktober eine Wiederholung der beim letzten Mal so überaus erfolgreichen Veranstaltung „Mode für Ross und Reiter und Mut zur Farbe“. Bis zu diesem Zeitpunkt wird sich noch so einiges in Marggraffshof getan haben, zumal Thomas Schmitz sein Golfspiel zurückgestellt und sich ganz den Pferden zugewandt hat, und damit seine Frau, die er bereits seit der siebten Klasse in der Gustav-Heinemann-Grundschule kennt, glücklich macht.

    
Bericht Reiten und Zucht      Text u. Foto: Hansjürgen Wille